Shopify-Gutscheine selbst gestalten: vom Code zur Klappkarte
Ein Geschenkgutschein bei Shopify ist ein Code in einer E-Mail. Das funktioniert, sieht aber nach nichts aus, und gerade ein Gutschein wird verschenkt. Wer ihn übergeben, ausdrucken oder in einen Umschlag stecken will, braucht eine Karte, die zum Shop passt.
Dieser Ratgeber zeigt den Weg vom Code zur gestalteten Klappkarte am Beispiel von KYTH.Kartuu, unserer Shopify-App für Gutscheinkarten: Auftritt einrichten, Vorlage wählen, im Editor frei gestalten, Gutschein veröffentlichen. Die Beschreibung folgt der Oberfläche, wie sie am 20. September 2026 aussah.
Was ein Shopify-Geschenkgutschein ab Werk kann
Geschenkgutscheine verkauft Shopify auch ohne App. Die Shopify-Hilfe beschreibt das so (abgerufen am 5. Oktober 2026, Übersicht zu Gutscheinen und Anpassen von Gutscheinseiten und -benachrichtigungen):
- Verkaufen: Gutscheine sind in allen Shopify-Abonnements verfügbar. Du legst ein Gutscheinprodukt an; wird eine Bestellung damit ausgeführt, entsteht der Gutschein.
- Ankommen: Der Kunde oder die beschenkte Person erhält einen digitalen Gutschein mit einem einmaligen Code per Benachrichtigungs-E-Mail. Einen Empfänger kann der Käufer im Onlineshop nur angeben, wenn das Theme die Felder dafür unterstützt.
- Einlösen: Der Code wird beim Checkout eingegeben.
- Anpassen: Die Gutscheinseite mit Wert und Code ist Teil des Themes und lässt sich dort gestalten. Das Standard-Gutscheinbild in der E-Mail ersetzt du, indem du die Benachrichtigungsvorlage bearbeitest; dafür braucht es laut Shopify HTML, CSS und Liquid. Die 16-stelligen Einlösecodes erzeugt Shopify laut Hilfe nach dem Zufallsprinzip; sie lassen sich nicht anpassen.
Physische Geschenkgutscheine nennt Shopify nur für Shopify POS: In unterstützten Ländern lassen sie sich im Shopify Hardware Store bestellen. Von einer gefalteten Karte oder einem PDF zum Ausdrucken steht in beiden Hilfeseiten nichts. Wer dem Gutschein eine eigene Form geben will, mit Name, Gruß und Falz, braucht dafür ein Werkzeug. Ab hier geht es um diesen Weg.
Schritt 1: Den Auftritt einrichten
Bei der Einrichtung führt Kartuu durch drei Schritte: Datenschutz, Tarif und „Dein Auftritt“. Im letzten legst du fest, was auf jedem Gutschein des Shops steht:
- Name auf der Karte: höchstens 60 Zeichen. Bleibt das Feld leer, steht der Name aus deiner Shop-Adresse auf der Karte.
- Logo: für helle Flächen.
- Fassung für dunkle Flächen: eine zweite Logofassung, damit das Logo auch auf dunklem Grund lesbar bleibt.
Schritt 2: Vorlage und Faltung wählen
Auf der Seite „Gutschein gestalten“ wählst du zuerst, wie die Karte gefaltet wird: einmal gefaltet als Klappkarte mit zwei Seiten oder zweimal gefaltet im Kreuzbruch mit vier Seiten. Danach die Vorlage, es stehen sechs zur Wahl:
- Klassisch: cremefarbenes Papier oben, ein randabfallendes Foto unten, der Wert groß in einer Antiqua.
- Minimal: Reinweiß mit einem schmalen Bildstreifen am Falz, der Wert in einer Grotesk.
- Typografisch: Das Wort GUTSCHEIN läuft senkrecht am Falz hoch, keine Schmuckfläche.
- Warm: Zweifarbendruck auf Kraftpapier, Foto oben, Terrakottafläche unten.
- Plakativ: vollflächiges Rot, darauf nur der Wert in Weiß.
- Fotolastig: ein randloses Foto über die ganze Titelseite, darauf ein helles Band.
Änderungen erscheinen sofort in der Vorschau. Sie entsteht auf dem Server aus demselben Dokument wie später das PDF; ein Probedruck vor dem Livegang lohnt trotzdem (siehe Schritt 3). Alle sechs im Überblick, mit dem, was jede mitbringt, zeigt die Seite Shopify-Gutschein-Vorlagen.
Schritt 3: Frei gestalten im Editor
Die Vorlage ist ein Start, kein Korsett. Im Reiter „Frei gestalten“ nimmst du sie Element für Element auseinander:
- Anklicken und ändern: Jedes Element in der Vorschau lässt sich auswählen. Ziehen verschiebt es, die Ecke rechts unten ändert die Größe.
- Hinzufügen: Text, Flächen, Bilder, dein Logo und den Shopnamen fügst du selbst ein.
- Bilder tauschen: Ein vorhandenes Bild lässt sich direkt gegen ein anderes tauschen oder durch ein neu hochgeladenes ersetzen. Lage, Größe, Drehung und Deckkraft bleiben dabei erhalten.
- Handschriften: In der Schriftauswahl steht eine Gruppe mit acht Handschriften: zwei Schreibschriften, eine Schulschrift, eine Pinselschrift, eine Stift-Handschrift, eine Druckschrift von Hand, eine verspielte Schrift und schmale Großbuchstaben, alle mit Umlauten, ß und €.
- Farben: Die Farbkarte zeigt die Farben deines Entwurfs. Änderst du eine, wird sie überall ersetzt, wo sie vorkommt. Eine einzelne Ebene färbst du in ihren Eigenschaften.
- Ohne Maus: Mit der Tabulatortaste zum Element, Eingabe wählt aus, die Pfeiltasten verschieben, mit Umschalt ändern sie die Größe, mit Alt in feinen Schritten.
Den Entwurf speicherst du unter einem eigenen Namen. Bevor er live geht, lädst du über „Gutschein zum Prüfen herunterladen“ ein Muster herunter und druckst es probehalber aus: in Originalgröße (100 %, nicht „An Seite anpassen“), mit der bedruckten Seite nach außen gefaltet.
Schritt 4: Den Gutschein veröffentlichen
Aus dem Entwurf wird ein Produkt im Shop. Auf der Seite „Veröffentlichen“ legt Kartuu es unter „Neuen Gutschein anlegen“ an:
- Art des Gutscheins: Ein Wertgutschein ist ein Betrag zum Einlösen im Shop; Kartuu erzeugt beim Kauf eine echte Shopify-Geschenkkarte mit eigenem Code. Ein Leistungsgutschein steht für eine Leistung statt eines Betrags, etwa drei Stunden Massage, den löst du selbst ein, nicht die Kasse.
- Titel und Beträge: Der Titel steht so im Shop. Jeder Betrag wird eine eigene Variante, bis zu 50 Stück.
- Gestaltung: Du wählst einen gespeicherten Entwurf. Er lässt sich auch nach dem Anlegen jederzeit gegen einen anderen tauschen.
So entstehen beliebig viele Gutscheinprodukte, jedes mit eigener Gestaltung. Titel und Beträge eines angelegten Gutscheins änderst du danach direkt in Shopify.
Drei Schritte gehören dir, und die Startseite von Kartuu führt als Liste durch sie: das Produkt in Shopify für den Onlineshop freigeben (auf der Produktseite unter „Vertriebskanäle“), den Kartuu-Block im Theme-Editor auf die Produktseite legen und den Kartuu-Block im Checkout-Editor auf die Danke- und die Bestellstatusseite legen. Ohne den ersten Block kann der Käufer nicht angeben, was auf der Karte stehen soll. Ohne den zweiten kommt die Karte nur per Mail beim Beschenkten an, und ohne E-Mail-Versand gar nicht: dann lädst du sie unter „Bestellungen“ herunter und übergibst sie selbst.
Schritt 5 (wahlweise): Den Käufer das Bild wählen lassen
Bis hierher steht auf jeder verkauften Karte dasselbe Motiv. Wer Weihnachten, Geburtstag und einen neutralen Anlass anbieten wollte, brauchte bisher drei Gutscheinprodukte. Seit dem 20. September 2026 genügt eines: Unter „Gestaltung ändern“ gibt es den Abschnitt „Der Käufer darf das Bild wählen“.
- Bis zu vier Bilder je Gutschein. Du legst fest, welche zur Wahl stehen. Jedes bekommt eine kurze Beschriftung: sie wird der Alternativtext der Kachel im Shop.
- Hochladen und löschen an Ort und Stelle. Im Bildwähler steht „Bild hochladen“, unter jeder Kachel „Bild löschen“; der Umweg über den Editor entfällt.
- Gelöscht wird nur, was nirgends mehr hängt. Steckt ein Bild noch als Logo, in einer Gestaltung, in einer Bilderwahl oder in einem bereits ausgestellten Gutschein, sagt Kartuu, wo und löscht nicht. Der letzte Fall lässt sich nicht auflösen, und das ist Absicht: Eine ausgestellte Karte soll auch in einem Jahr noch so aussehen wie beim Kauf.
- Zwanzig Bilder je Shop. Gezählt wird alles in der Ablage: Logos, Motive der Gestaltungen und die Bilder zur Wahl. Dasselbe Bild erneut hochzuladen kostet keinen Platz.
Auf der Produktseite erscheinen die Bilder als kleine Kacheln. Der Käufer klickt eines an, die Vorschau wechselt sofort, und die gekaufte Karte trägt genau dieses Bild. Alles andere bleibt deine Gestaltung: Farben, Vorlage, Logo und jedes weitere Bild auf der Karte. Getauscht wird genau der eine Platz, den du dafür vorgesehen hast. Eigene Fotos kann der Käufer nicht hochladen, und die Produktbilder deines Shops bleiben unberührt.
Zwei Dinge braucht es dafür: den Kartuu-Block auf der Produktseite (Schritt 4) und eine Gestaltung mit einem austauschbaren Bildplatz. Alle sechs Vorlagen haben einen; wer unter „Frei gestalten“ eine eigene Karte gebaut hat, markiert darin ein Bild als austauschbar. Legst du keine Bilder fest, ändert sich nichts: die Produktseite sieht aus wie vorher.
Was Käufer und Beschenkte davon haben
Der Käufer trägt auf der Produktseite ein, für wen der Gutschein ist und was daraufstehen soll, und sieht die Karte dabei in einer Vorschau, mit dem gewählten Betrag und dem Bild, das er sich ausgesucht hat, ungefähr so, wie sie gedruckt wird. Dann bezahlt er wie gewohnt an Shopifys Kasse und lädt die Karte direkt danach auf der Danke-Seite herunter, als PDF mit Falzmarken, in A4 oder, für Shops in den USA und Kanada, in US Letter.
Hast du einen E-Mail-Versand über dein eigenes Postfach eingerichtet, schickt Kartuu die Karte zusätzlich an den Beschenkten, auf Wunsch erst an einem Tag, den der Käufer wählt. Der Beschenkte kann sie weiterleiten oder ausdrucken und falten. Beim Wertgutschein ist der Code darauf ein echter Shopify-Geschenkgutschein: Er steht in der Gutscheinübersicht deines Shops und wird an der Kasse ganz normal eingelöst.
Was genau auf der gedruckten Karte steht und wie sie beim Käufer ankommt, fasst die Seite Shopify-Gutscheine zum Ausdrucken zusammen.
Checkliste
- Name, Logo und die Logofassung für dunkle Flächen hinterlegen.
- Faltung wählen: Klappkarte oder Kreuzbruch.
- Eine der sechs Vorlagen als Start nehmen.
- Im Editor „Frei gestalten“ Farben, Bilder und Texte an den Shop anpassen.
- Entwurf speichern und ein Muster in Originalgröße probedrucken.
- Unter „Veröffentlichen“ einen Gutschein anlegen: Art, Titel, Beträge, Entwurf.
- Wahlweise unter „Gestaltung ändern“ bis zu vier Bilder zur Wahl stellen.
- Produkt in Shopify für den Onlineshop freigeben.
- Kartuu-Block auf die Produktseite legen.
- Kartuu-Block auf die Danke- und die Bestellstatusseite legen.
- Optional: E-Mail-Versand einrichten.
Mehr zu Preis, Datenhaltung und Sprachen steht auf der Seite von KYTH.Kartuu. Wie sich Kartuu von anderen Apps unterscheidet, zeigt der Überblick Shopify Gutschein-Apps im Vergleich 2026.